
Bei der Vorbereitung bemannter Missionen spielen Simulationen der Missionsbedingungen und -Aktivitäten jedes einzelnen an der Missions Beteiligten vor Beginn der eigentlichen Mission und unter möglichst wirklichkeitsnahen Bedingungen eine ausschlaggebende Rolle. Ein bekanntes Beispiel ist die Simulation von Aktivitäten im freien Weltraum in riesigen Wasserbecken zur Simulation der Schwerelosigkeit.
Auf die seit Beginn der Raumfahrt üblichen Umweltsimulationstests an Trägern und Einrichtungen wird hier nicht eingegangen.
Simulationen für bemannte Systeme sollen bis ins kleinste Detail alle während der Mission auftretenden Betriebsarten, Arbeitsabläufe, Arbeitsbedingungen und Gegebenheiten der speziellen Mission nachbilden. Sie dienen nicht etwa nur dem Nachstellen der Mission, sondern sollen auch frühzeitig Hinweise ergeben zur richtigen Auslegung des gesamten Raumfahrtsystems.
Ein bemanntes Raumfahrtsystem besteht aus einer Reihe von Elementen, die alle eine bestimmte Funktion haben. Einige davon sind ähnlich wie bei unbemannten Missionen:
Alle oben aufgeführten Elemente eines bemannten Raumfahrtsystems müssen während der gesamten Missionsdauer den Erfordernissen der geplanten Mission entsprechend miteinander funktionieren, also auch entsprechend am Boden im Zusammenspiel simuliert werden.
Die Aufzählung der zu berücksichtigenden Systemelemente zeigt, dass mehr als die Hälfte der aufgeführten Systemelemente (7 bis 13) sich auf die Mannschaft bezieht. Das macht deutlich, weshalb bemannte Systeme so viel komplexer und umfangreicher sind als unbemannte. Bemannte System müssen nämlich eine Reihe von Anforderungen erfüllen, die für unbemannte gar nicht oder in geringerem Umfang anwendbar sind, aber den technischen Aufwand für eine bemannte Mission weitgehend bestimmen. Wesentliche zu berücksichtigende Gegebenheiten sind:
1. Ein bemanntes Raumfahrzeug ist technisch ungleich komplexer durch die Anforderungen an die Sicherstellung einer den Bedingungen auf der Erde vergleichbaren Lebensumgebung:
2. Die Zuverlässigkeitsstandards und Methoden der unbemannten Raumfahrt reichen für bemannte Systeme nicht aus. Deshalb wurden im Verlauf der bemannten Programme hierfür spezielle eigene Kriterien, Anforderungen, Tests und Simulationen entwickelt, die den technischen Aufwand des Systems gegenüber unbemannten Raumfahrzeugen erhöhen. Dabei wird folgender Ansatz verfolgt, der auch für Mond- und Marsmissionen Gültigkeit behalten wird:
Übrigens müssen auch unbemannte Fahrzeuge Sicherheitsvorgaben der bemannten Raumfahrt erfüllen, die mit bemannten in Berührung kommen, also zum Beispiel auch das ATV !
Für bemannte Träger ist es aus Gewichtsgründen unmöglich, mehrfache Redundanzen des Antriebs und der Landesysteme vorzusehen. Deshalb müssen dort Redundanzen durch entsprechend sichere Rettungssysteme für die Mannschaft ersetzt werden. Auch das ist kann aber nicht für die gesamte Flugphase sichergestellt werden. Die CHALLENGER und COLUMBIA Unfälle führten zum Verlust der Mannschaft, weil in diesen Flugphasen eine Rettung nicht möglich bzw. mit einem untragbar hohen Aufwand verbunden gewesen wäre.
Schließlich erhöhen sicherheitsrelevante Tests und Simulationen den gesamten Testaufwand für bemannte Systeme erheblich.
3. Auswahl und Training der Astronauten
4. die dazugehörigen Einrichtungen, die wiederum getestet werden müssen vor ihrer Nutzung.
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