Mars Society Deutschland e.V.
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Missionen im Überblick

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2011

russland

Phobos-Grunt


Start: 01.06.2011
Startgewicht: 0 kg
Missionsverlauf: In Vorbereitung


Phobos-Grunt ist eine geplante russische Mission zum Mars-Mond Phobos. Die Sonde soll auf der Oberfläche des Mondes aufsetzen, Bodenproben entnehmen und wieder zur Erde zurückkehren. Dabei handelt es sich um die erste russische interplanetare Mission seit dem gescheiterten Mars 96-Projekt. Phobos-Grunt ist in Zusammenarbeit mit der chinesischen Raumfahrtbehörde geplant. Grunt ist Russisch und heißt "Boden".
Modell der Phobos-Grunt Sonde<br/>Bild: ESA
Modell der Phobos-Grunt Sonde
Bild: ESA
Missionsprofil: Phobos-Grunt soll im Jahr 2011 mit einer Zenit-Rakete und einer Fregat-Oberstufe starten. Nach aktuellen Informationen wird die Flugzeit mit chemischen Antriebsaggregaten rund 10 bis 11 Monate betragen. Anschließend wird die Sonde in eine Umlaufbahn um den Mars eintreten und den Planeten einige Monate lang erforschen. In dieser Zeit wird sich die Sonde dem kleinen Mond Phobos nähern, bevor sie schließlich auf dem Mond landet. Da Phobos nur über geringe Schwerkraft verfügt, wird die Sonde mit einer Art Harpune verankert. Direkt nach dem Aufsetzen wird eine Bodenprobe von etwa 200 Gramm entnommen. Ursprünglich sollte dies mit Hilfe einer Schaufel geschehen. Im März 2010 kündigte die russische Nachrichtenagentur Interfax an, dass statt der Schaufel ein Bohrer zum Einsatz kommen soll. Schließlich soll Material zu Forschungszwecken entnommen werden, das auch in festeren Gesteinsschichten vorkommen kann. Offenbar haben aber auch Probleme bei der Entwicklung des Probenentnahmemechanismus zu dieser Entscheidung geführt.

Nachdem die Proben eingesammelt sind, bring eine Rückkehrkapsel das Material zurück zur Erde. Der Landeapparat verbleibt auf der Oberfläche des Mondes und führt Langzeitexperimente durch.

Ursprünglich sollte die Mission bereits im Jahr 2009 stattfinden. Im selben Jahr verkündete jedoch die russische Raumfahrtbehörde Roscosmos, dass mehr Zeit für Tests benötigt würde. Aktuelle Planungen sehen einen Start im Jahr 2011 vor. Im Erfolgsfalle könnten ähnliche Missionen zu den Planeten des äußeren Sonnensystem folgen.
usa

Curiosity (Mars Science Laboratory)


Start: 01.08.2011
Startgewicht: 900 kg
Missionsverlauf: In Vorbereitung


Für das Jahr 2011 plant die NASA den Start des Mars Science Laboratorys, einem großen sechsrädrigen Rover-Fahrzeug. Hauptaufgabe der Mission ist die Suche nach noch existierendem oder vergangenem Leben auf dem Mars. Mit einem Gewicht von rund 900 Kilogramm handelt es sich um den größten jemals zu einem anderen Planeten gesendeten Rover.
Das Mars Science Laboratory auch <i>Curiosity</i> genannt.<br/>Bild: NASA/JPL-Caltech
Das Mars Science Laboratory auch Curiosity genannt.
Bild: NASA/JPL-Caltech
Missionsprofil: Die Mission war eigentlich bereits für das Jahr 2009 geplant, wurde aber auf Grund technischer Schwierigkeiten um zwei Jahre verschoben. Der Start ist nun für Mitte 2011 mit einer Atlas V-Rakete vorgesehen. MSL wird seinen Landeplatz mit bislang nie gekannter Präzision ansteuern können.

Für die Landung ist eine neue bislang unerprobte Technologie geplant. Nachdem Fallschirme den ursprünglichen Geschwindigkeitsüberschuss schon stark abgebaut haben, kommt der Sky Crane zum Einsatz. Diese Landeplattform transportiert den Rover zunächst mit Hydrazintriebwerken sehr präzise zum Landeplatz. Sobald dieser erreicht ist, lässt die schwebende Plattform schließlich den Rover an Kabeln zu Boden.

Anschließend versucht der Rover das Carrier Signal des Deep Space Network der NASA zu empfangen um einen ersten Kontakt herzustellen. Curiosity kann entweder direkt oder mit Hilfe von Satelliten mit der Bodenstation in Kalifornien kommunizieren. Dabei findet zunächst ein Frequenzableich statt, eine Art interplanetares Vocalcoaching. Anschließend sollte Curiosity uns ein erstes Bild seiner Umgebung schicken. MSL oder Curiosity, wie der Rover inzwischen genannt wird, kann größere Distanzen auf dem Mars zurücklegen. Dafür besitzt das MSL ein speziell konzipiertes Fahrwerk mit großen Rädern. MSL verfügt über einen leistungsstarken Laser, mit dem Gesteinsschichten abgetragen werden können. Anschließend können dann die freigelegten tieferen Schichten chemisch und optisch untersucht werden. An der Spitze des Roboterarms ist die automatische Kamera "MAHLI" angebracht. Sie dient dem Rover zur räumlichen Orientierung und zur genauen Begutachtung der freigelegten Gesteinsschichten. Die Kamera hat eine Auflösung von bis zu 14 Mikrometern pro Pixel. Damit gewinnt der Begriff "Nahaufnahme" eine ganz neue Bedeutung. Genauso klein wie die Objekte vor der Linse sind die Abmessungen der Kamera selbst, die kaum mehr als Chipkarten Größe besitzt. Die Kosten der Gesamtmission werden auf 1,5 Milliarden Dollar geschätzt. Curiosity ist die erste NASA-Mission, die direkt der Suche nach Leben auf dem Roten Planeten gewidmet ist und vielleicht findet sie ja irgendwann die Antwort auf David Bowies alte Frage Is there life on Mars aus seinem Album Space Oddity.