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Jean-Jacques Dordain für weitere vier Jahre als ESA Generaldirektor bestätigt

ESA Generaldirektor Jean-Jacques Dordain
ESA Generaldirektor Jean-Jacques Dordain
Jürgen Herholz
18.6.2010

Jean-Jacques Dordain ist seit 2003 ESA Generaldirektor. Nun hat der ESA Rat ihn für weitere vier Jahre in dieser Funktion bestätigt (http://www.esa.int/esaCP/SEMP5BRVEAG_index_0.html). Das ist eine gute Nachricht, denn Jean-Jacques Dordain ist einer der seltenen ESA Generaldirektoren, die das technische Geschäft der ESA "von der Pike aufwärts" gelernt haben. Er ist darüber hinaus jemand, der immer ansprechbar, sympathisch und angenehm in seinen Umgangsformenen ist. Er kommt von der französischen technischen Eliteschule "école polytechnique", die bei ihrer Ausbildung neben herausragenden Leistungen in Mathematik, Physik und Technik besonders auch auf die menschlichen und sportlichen Qualitäten ihrer Studenten Wert legt.

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Jean-Jacques Dordain war zur Zeit der großen Entscheidungen über die europäische bemannte Raumfahrt von 1987 bis 95 verantwortlich für die Zukunftsplanung in der ESA Zentrale in Paris. Ich hatte damals Gelegenheit, ihn als kompetenten "Mitstreiter" im HERMES Programm kennenzulernen und später, 1993-95, bei der Vorbereitung des ESA Vorschlags für das heute gültige bemannte Raumfahrt Programm der ESA. Das war ja eine schwierige Zeit nach dem Abbruch des HERMES Programms und der Reduzierung des Budgets für die bemannte Raumfahrt auf fast ein Drittel des zuvor veranschlagten Budgets. Da wurde schon mal noch abends um 22 Uhr um die Inhalte und Kosten gerungen. Innerhalb eines halben Jahres mussten damals dem ESA Rat -der Programme genehmigen muss- drei komplett neue Programmvorschläge unterbreitet werden, jeweils mit drastisch reduzierten Kosten. Es ging dabei besonders auch um die Durchsetzung des ATV als technisch innovatives Programm und unentbehrlicher Teil des ISS Programms. Die NASA stand deshalb dem ATV durchaus reserviert gegenüber und konnte nur schwer davon überzeugt werden, den Europäern ein für die ISS so lebenswichtiges und darüber hinaus äußerst sicherheitsrelevantes System zu überlassen. Letztlich gab den Ausschlag, dass die NASA aus Gründen ihrer eigenen Budgetbeschränkungen einlenken musste und die Europäer ihre Kompetenz in der bemannten Raumfahrt mit SPACELAB unter Beweis gestellt hatten.

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