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Mars Express auf Tuchfühlung mit Phobos

Frühere Aufnahmen von Phobos<br/>Bild ESA
Frühere Aufnahmen von Phobos
Bild ESA
Peter Jansen
6.3.2010

So nah wie Mars Express schaffte es bislang noch kein von Menschen gemachtes Objekt. Am Donnerstag abend näherte sich die europäische Sonde bis auf 67 Kilometer dem größeren der beiden Mars-Monde. Dabei wurde Phobos genau vermessen, denn irgendetwas ist seltsam an diesem Objekt.

Der kleine Mond sieht aus wie ein großer Asteroid, und wahrscheinlich ist er das auch. Doch so massiv und fest, wie er nach außen wirkt, kann er nicht sein. Schon frühere Untersuchungen hatten gezeigt, dass Phobos dafür viel zu leicht ist. Wahrscheinlich besteht der Mond in seinem Inneren aus einer losen Mischung von Geröll und Felsen, mit vielen Zwischenräumen, Grund genug für Mars Express, um den Zwerg unter den Monden einmal näher zu betrachten.

Um die Masse genau bestimmen zu können, sollte Mars Express die Schwerkraft des Himmelskörpers vermessen. Da Phobos aber nicht über eine nennenswerte Schwerkraft verfügt, ist dies kein leichtes Unterfangen. Eine hoch-präzises Oszilloskop auf der Erde, also eine Art Zeitgeber wurde am Donnerstag abend verwendet, um geringste Abweichungen der Sonde von ihrer vorgegebenen Bahn um den Mars zu registrieren. Die Auswertung der Ergebnisse wird noch Wochen und Monate dauern. Doch der Vorbeilflug soll nicht der letzte gewesen sein. Die ESA plant in diesem Monat noch eine Reihe weiterer Begegnungen mit dem kosmischen Sonderling. Dabei soll dann auch die in Deutschland gebaute Stereokamera wieder zum Einsatz kommen. Vielleicht finden die Wissenschaftler ja auch dann schon einen Landeplatz für die russische Phobos-Grunt Mission, die im Jahr 2012 auf dem Mond landen soll.

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