| anmelden |
News
| ARCHIMEDES | Der Planet Mars | Hintergrund |
Dokumente
| Mars Society |
Impressum
|

Neue Ziele für die NASA: Bessere Beziehungen zur islamischen Welt
NASA-Administrator Charles Bolden hat mit kontroversen Äußerungen im arabischen Fernsehsender Al-Jazeera eine Debatte zu Hause über die Ziele seiner Behörde ausgelöst.
Seit Ihrer Gründung im Jahr 1958 sind die Ziele der NASA fest definiert: Die Erkundung des Weltraums sowie die Förderung wissenschaftlicher Erforschung im Luft- und Raumfahrtbereich. Doch Administrator Bolden nannte bei seiner Ägyptenreise im Interview mit Al-Jazeera im Juni noch drei weitere Ziele: „Als ich NASA Administrator wurde, bekam ich vom Präsidenten drei Aufträge: Erstens sollte ich ihm dabei helfen, unsere Kinder für Wissenschaft und Mathematik begeistern. Außerdem wünschte er, dass wir unsere internationalen Beziehungen ausweiten, und drittens, vielleicht am wichtigsten, er wollte einen Weg finden zur Öffnung gegenüber der islamischen Welt. Wir sollten in Kontakt treten mit den mehrheitlich muslimischen Nationen, um ihnen zu helfen sich gut zu fühlen angesichts ihres historischen Beitrags zu Wissenschaft, Mathematik und Ingenieurskunst.
Mit Blick auf die von Präsident Obama vorgenommene Neuausrichtung der NASA und der Streichung des Constellation Mond-Programms sowie der bevorstehenden Entlassung tausender NASA-Mitarbeiter fragen sich nicht nur Kommentatoren aus dem rechten Lager, ob dieser eher politische Auftrag nun die neue Marschrute der NASA definiert. Die NASA als Mittel zur Befriedung der islamischen Welt? Dies ist vielleicht nicht genau das, was Bolden mit seinen Äußerungen meinte. Doch es ist nicht überraschend, dass gerade konservative Kommentatoren Boldens Äußerungen genau so interpretieren.
Sollte künftig die Stärkung des Selbstbewusstseins der islamischen Welt für die NASA wichtiger sein, als die Eroberung des Weltraums? Doch Bolden sieht darin keinen Widerspruch, denn seine Behörde hat sich offenbar von dem Ziel verabschiedet, aus eigener Kraft bemannte Raumfahrt auch außerhalb der niedrigen Erdumlaufbahn zu betreiben. Kein Land könne alleine und ohne internationale Hilfe zum Mars fliegen, meint Bolden. Doch selbst für Reisen in die niedrige Erdumlaufbahn wird Bolden nach dem Auslaufen des Shuttle-Programms und dem Ende von Constellation bis auf Weiteres auf die Russen angewiesen sein.
Quo vadis NASA?
| Kommentare | ||
|---|---|---|
| Kommentar schreiben: | ||
|
Peter.Jansen schreibt (10.7.2010):
| Leider richtig. Wenn man sich eigentlich nicht für Raumfahrt interessiert, dann muss man alternative Rechtfertigungsstrategien suchen. Der Völkerfriede ist offenbar eine davon. | |
|
hesaenger schreibt (9.7.2010):
| Ob jetzt Ausrutscher oder Strategie Präsident Obamas, der Raumfahrt gelingt es auf diese und ähnliche Weise immer wieder unglaubhaft zu werden. Bei aller grundsätzlichen Kompetenz der russischen Raumfahrt erreichen uns auch von dort öfters eher abenteuerliche Informationsbrocken. Europa? Die ESA beschränkt sich lieber auf wissenschaftliche Informationsbrocken die allerdings keineswegs einen Gegenwert zu den investierten Mitteln repräsentieren und deshalb auch nicht wirklich befriedigen. Was ist so schwer daran zu verstehen, dass der Großteil der Raumfahrt aus Steuern finanziert wird und der Wähler ohne eine solide Rückmeldung die Lust verliert. | |