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Opportunity entdeckt Endeavour-Krater am Horizont
Opportunity hat das finale Ziel seiner Reise fest ins Auge seiner Computer-optimierten Kamera gefasst und in bester Bildqualität zur Erde gefunkt. Noch befindet sich der Rand des Endeavour-Kraters rund 11 Kilometer entfernt. Doch inzwischen hat Opportunity einen guten Blick auf die Hügel, die den Kraterrand bilden. Die NASA hat nun die ersten mit so genannter Super-Auflösung (engl. super resolution) entstandenen Bilder veröffentlicht.
Die Bilder sind mit Opportunitys Panorama-Kamera aufgenommen worden. Anschließend wurden mehrere Bilder am Computer übereinander gelegt und zu einem Bild zusammengerechnet. Auf diese Weise ist es möglich, eine Auflösung zu erreichen, die die Auflösung der Einzelbilder erheblich übertrifft.
In der Ferne lassen sich deutlich einzelne Hügelketten erkennen. Diese bestehen aus dem Auswurfmaterial, das bei der Entstehung des Kraters aus dem Kerngebiet herausgeschleudert wurde. Die Hügel tragen Namen wie Cape Byron oder Point Hicks, allesamt Ortsnamen mit großer geschichtlicher Bedeutung, denn sie stammen aus Captain James Cooks berühmter Entdeckungsreise durch die Südsee im Jahr 1768. Immerhin trägt auch der Krater selbst den Namen von Cooks Schiff. Die HMS Endeavour der Royal Navy stand übrigens auch Pate bei der Namensgebung des Space Shuttles Endeavour, aber das ist eine andere Geschichte.
11 Kilometer trennen Opportunity also noch von seinem Ziel. Bei einer Höchstgeschwindigkeit von maximal 180 Metern pro Stunde, kann es noch Monate dauern, bis Endeavour erreicht ist. Zum Vergleich: In den seit der Landung auf dem Mars vergangenen sieben Jahren wurden insgesamt gerade einmal 20 Kilometer zurückgelegt. Doch Endeavour ist ein lohnenswertes Ziel. Es handelt sich nicht nur um den größten und vermutlich tiefsten Krater, den Opportunity bislang besucht hat. Im Jahr 2009 konnten mit Hilfe des Mars Reconnaissance Orbiters Tone am Kraterboden nachgewiesen werden. Tone entstehen nur in intensivem Kontakt mit flüssigem Wasser. Darum folgt Opportunity der Spur des Wassers, fast wie ehedem Captain Cook.
Der hatte seinerzeit nicht mal gebrauchte Computer, geschweige denn so ein High Tech-Gerät wie Opportunity zur Verfügung. Er musste sich mit Instrumenten zufrieden geben, mit denen wir heute nicht mal mehr umgehen können. Und trotzdem waren damals seine Vermessungen um Beispiel des Sankt-Lorenz-Stroms, der neufundländischen Gewässer und Teile der Ostküste Kanadas ausgesprochen präzise.
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