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Vorerst keine Rückkehr zum Mond

Gerald Zehl
23.2.2010

Der erneute Besuch von Astronauten auf dem Mond anlässlich des 50. Jahrestags der ersten bemannten Mondlandung wurde abgesagt. Der Etat der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA wird künftig nur um eine Milliarde Dollar steigen und nicht um drei Milliarden, wie benötigt. Der Vorsitzende der Russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos A.N. Perminow wurde von NASA-Chef Charles Bolden bereits vorab telefonisch über diese Planänderung informiert und äußerte sich in einer Presseerklärung.

Anatoli N. Perminow stellte dabei das Verhältnis von Roskosmos zur Absage der USA an deren neues Mondprogramm dar. Er wies zunächst darauf hin, dass es auch von russischer Seite für die nahe Zukunft keine Pläne für eine Besiedelung des Mondes gibt. Die amerikanische Absage an ein solches Programm betreffend stellte Perminow klar, dass es sich hierbei um die Entscheidung eines souveränen Staates handele. Roskosmos sehe daher die Bedeutung dieser Entscheidung auch vielmehr in einer deutlichen Verbesserung der Perspektiven einer verlängerten Nutzung der ISS bis zum Jahr 2020.

Die amerikanische Absage sei daher vor allen Dingen eine Entscheidung im Interesse aller an der Nutzung der ISS beteiligten Nationen. Neben den USA sind dies natürlich auch Russland und Europa sowie Japan und Kanada. Daher sei es eine absolut richtige Entscheidung. Konkrete Fragen der einer solchen Verlängerung der Nutzung der ISS werden von allen beteiligten Nationen im März dieses Jahres in Tokyo erörtert werden. Die Annahme eines solchen Beschlusses durch alle Partner wird bei diesen Treffen der Chefs aller beteiligten nationalen Raumfahrtagenturen das Hauptthema sein. Weiterhin geht es um die Entwicklung neuer Technologien, neuer Raketenantriebe, aber auch um ein neues Programm zur unbemannten Erforschung des erdnahen Raumes.

Perminow würdigte besonders, dass Präsident Obama unter den Bedingungen der Krise die Möglichkeit findet, den Etat des Raumfahrtprogramms deutlich zu erhöhen. Ungeachtet der Liquidierung des Mondprogramms würde das amerikanische Weltraumprogramm über die nächsten 5 Jahre um nicht weniger als 100 Milliarden Dollar aufgestockt. Dies entspräche ungefähr 20 bis 25 Milliarden pro Jahr, wobei das gegenwärtige Jahresbudget der NASA nur 18,7 Milliarden Dollar betrage.

Das Bestreben der russischen Raumfahrt sei gegenwärtig auf die Weiterentwicklung der technologischen Basis dieses Industriezweiges gerichtet und eine Zusammenarbeit mit den USA werde sich dabei in vielfältigen Richtungen entwickeln.

Siehe Mitteilung des Pressedienstes der Russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos http://www.roscosmos.ru/main.php?id=2&nid=9186

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