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Wohin geht die bemannte Raumfahrt?
Das hieße erst einmal, dass Russland in nächster Zeit auf die bemannte Raumfahrt über den Low Earth Orbit hinaus verzichten würde und seine Raumfahrtaktivitäten mehr kommerziell auszurichten möchte. Ist das aber angesichts der russischen Raumfahrttradition und beispielsweise dem ambitionierten chinesischen Raumfahrtprogramm wahrscheinlich? Könnte es noch einen anderen Grund für diese Entscheidung geben?
Rus-M war als mehrstufiger modularer Verlustträger mit Kerosin-Sauerstoff- bzw. Wasserstoff-Sauerstoff-Verbrennung geplant. Dies ist nach heutiger Kenntnis ein vergleichsweise wirtschaftlicher Weg zum Betrieb ballistischer Raumfahrtraketen. Rechtfertigt aber der relativ kleine Fortschritt bei den Transportkosten gegenüber den bestehenden Systemen wirklich eine Neuentwicklung? Hat man sich vielleicht bei ROSCOSMOS genau diese Frage gestellt und ist so zu dieser Entscheidung gekommen?
Sollte es nicht nur um ein Einfrieren der Raumfahrtentwicklung und die entsprechenden vordergründigen Einsparungen gehen, wie könnten dann die nächsten Entscheidungen aussehen? Der logische Schritt wäre die Planung eines wiederverwendbaren Transportsystems. Inzwischen gibt es ausreichendes Wissen um die Fehler früherer Konzepte zu meiden und so zu deutlich geringeren Transportkosten zu kommen. Vielleicht fördern auch die aktuellen U.S. Vorschläge zu X-37C diese Gedankengänge. Jedenfalls sollte die Meldung der ROSCOSMOS nicht unbedingt als die Nachricht angesehen werden, dass die Ambitionen für die bemannte Raumfahrt einen großen Rückschlag erlitten haben.
| Kommentare | ||
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| Kommentar schreiben: | ||
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hesaenger schreibt (9.10.2011):
| Nein - und deswegen auch mein kleiner Aufsatz. Warten wir ab was als nächstes kommt - und hoffen wir, dass wir in Westeuropa nicht nur an die Verwaltung der Raumfahrt denken. | |
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Peter Jansen schreibt (9.10.2011):
| Ja, so sieht's aus. Khrunichew hat es irgendwie besser geschafft, nach dem Zerfall der SU sich an die Realitäten der neuen Zeit anzupassen. Bei Energija träumt man immer noch von der glorreichen alten Zeit. Die wird aber nie wieder kommen. | |
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hesaenger schreibt (9.10.2011):
| Gegen Energia und Progress und für Chrunitschew? | |
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Peter Jansen schreibt (9.10.2011):
| Das Ganze überrascht mich nicht, denn Russland hat schon mit der Entwicklung der Angara genug zu tun. Die Angara wird ja als unbemannter Träger weiter entwickelt. Das Schicksal der Angara hängt ja nicht von der Rus-M ab. Am Ende kann sich ein Land, das ein BIP ungefähr wie Bayern und NRW zusammen hat, nicht zwei Trägerentwicklungen gleichzeitig leisten. Man muss einfach anerkennen, dass sich Russland im Vergleich zu seiner Wirtschaftskraft ein sehr sehr anspruchsvolles Raumfahrtprogramm leistet, auch ohne die Rus-M. Die Russen haben wohl von Anfang an mehr auf die Angara als auf die Rus-M gesetzt. Die Angara verzögert sich weiter, wird aber wohl spätestens 2013 ihren Erstflug haben, wenn auch nicht in Heavy-Konfiguration. Neben der Angara wird quasi nebenher noch ein komplett neues Startzentrum gebaut, das ja eigentlich speziell für die Rus gedacht war. Wird das jetzt noch benötigt? Baubeginn sollte ja nächstes Jahr sein. | |