Mars Society Deutschland e.V.

Luke auf nach 520 Tagen im Container

Simulierte Landung auf dem Mars - Bild: ESA/IPMB
Peter Jansen
5.11.2011
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Anderthalb Jahre lang mussten die sechs Teilnehmer der Mars 500 Mission auf diesen Tag warten. Nach mehr als 500 Tagen der Isolation öffnete sich am gestrigen Freitag die Luke zur Außenwelt. Die Teilnehmer der simulierten Mars-Mission konnten den Container-Komplex, der in den vergangenen 520 Tagen ihr Zuhause gewesen war, verlassen.

Doch der Kontakt mit der Welt draußen dauerte nicht lang. Kurz nachdem das Team die wartenden Familienangehörigen und die versammelte Presse begrüßt hatte, musste sie sich schon wieder in Quarantäne begeben. Mediziner befürchteten, dass das Immunsystem der Teilnehmer nach so langer Isolation geschwächt sein könnte.

Die Mission hatte am 3. Juni vergangenen Jahres begonnen (wir berichteten) und diente vor allem dem Zweck, die medizinischen und psychologischen Auswirkungen einer Langzeitmission zum Mars hier auf der Erde zu erforschen. Nicht alle Aspekte einer echten Mars-Mission konnten nachgestellt werden, aber man bemühte sich, das Experiment so realistisch wie möglich zu gestalten. Je weiter sich das Mars-Raumschiff in der Simulation von der Erde "entfernte", desto länger wurden die Signalwege und desto länger dauerte es, bis die Funksprüche der Mannschaft von der "Bodenstation" beantwortet wurden. Teilweise vergingen so bis zu 25 Minuten zwischen Frage und Antwort.

Der Höhepunkt der Mission war ein simulierter Ausstieg auf die Mars-Oberfläche. Im Februar betraten der Russe Alexander Smoleevskiy and Diego Urbina von der europäischen Raumfahrtagentur ESA die Marsoberfläche, bzw. eine Art Sandkasten mit simulierten Mars-Eigenschaften. Die beiden Männer trugen echte russische Raumanzüge und führten Experimente durch. Auch wenn sich alle bewusst waren, dass sie nur in einem Übungsgelände in der Nähe von Moskau trainierten, so fühlte sich der Außeneinsatz schon erstaunlich echt an.

Größere Spannungen gab es zwischen den Teilnehmern während des gesamten Versuchs offenbar nicht. Die Teilnehmer, drei Russen, ein Franzose, ein Italiener und ein Chinese harmonierten offenbar gut mit einander. So international wie die Teilnehmer des Experiments waren auch die beteiligten Forscher und Organisationen. Neben dem russischen Institut für biomedizinische Probleme IBMP und zahlreichen weitere russischen Instituten nahmen auch das deutsche DLR und die ESA an dem Versuch teil.

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