Miriam 2 wird in weiterem Parabelflug getestet

A310 Zero-G

Nach einem ersten Test des Miriam 2 Ballon-Auswurfsystems vom 26.10 bis zum 03.11.2015 während eines von der Firma Novespace von Bordeaux aus organisierten Parabelflugs wurde aufgrund des nur teilweisen Erfolgs des Tests beschlossen, den Parabelflug-Test zu wiederholen. Der Ballon war nur unvollständig aus seinem Behälter ausgestoßen worden.

Nun findet während der 68. ESA-Parabelflugkampagne vom 28.11. bis zum 7.12.2017 eine weiterer Test des Ballute-Ausbringmechanismus statt. Die Mannschaft der MSD, die den Test des Miriam 2 Ballon-Auswurfsystems durchführt, besteht aus der Parabelflugprojektleiterin Tanja Lehmann, dem Projektdesigner Nicolay Kübler und dem Miriam 2 Projektleiter Klaus Bayler.

Beim Parabelflug am 05.12.2017 werden Tanja Lehmann und Klaus Bayler mit an Board der Airbus A310 "Zero-G" sein und während der letzten 5 Parabeln den Ausbringmechanismus testen.

Nicolay Kübler wird live von Flughafen Bordeaux berichten, wenn er nicht einen der beiden vom Testpersonal ersetzen muss.

Der Ballonbehälter - eine High-Tech Komponente von Miriam 2

Der Ballonbehälter erfüllt eine zentrale Aufgabe bei der der Miriam 2 Mission, da er den gefalteten Ballon eng verpackt in einem aus Platzgründen möglichst kleinen Behälter auf der Spitze einer Rakete in etwa 200 km Höhe in den Weltraum transportieren muss, zusammen mit dem dazugehörigen Aufblassystem, der Elektronik, dem Datenspeicher und den Sendern zur Übertragung der Mess- und Videodaten zur Erde.

Der Ballonbehälter muss so konstruiert sein, daß er nach Aktivierung über ein vom Bordcomputer generiertes Kommando den Ballon freigibt. Der Ballon entfaltet sich dann mithilfe des in ihm vorhandenen Restatmosphäre soweit, daß er anschließend mithilfe des Aufblas-Systems ohne Beschädigung aufgeblasen werden kann. Das ist ein technisch schwierig umzusetzender Teil der Miriam 2 Mission und war deshalb Gegenstand umfangreicher Analyse-, Entwicklungs- und Testarbeiten der MSD mit Unterstützung der Universität der Bundeswehr.

Das Photo zeigt den aufgrund der Erfahrungen aus der Parabelflug Mission 2015 geänderten Ballonbehälter.

 

Weiterer Missionsverlauf nach der Freisetzung des Ballons

Nach der Vor-Entfaltung wird der Ballon mit dem Füllgas aufgeblasen auf seine volle Größe von 4 Meter Durchmesser. Sobald der Ballon voll aufgeblasen ist wird er freigesetzt und beginnt damit seine eigentliche Mission, nämlich den Eintritt in die hohe Erdatmosphäre, die ein ähnliche Dichte hat wie später die Marsatmosphäre bei der ARCHIMEDES Mars-Ballon Mission. Dabei werden alle Daten, die für das Verhalten des Ballons relevant sind, zum Boden gesendet beziehungsweise an Bord gespeichert für eine spätere Auswertung. Die Daten werden dann mit den am Mars erwarteten Daten verglichen. Das ist das eigentliche Ziel der Miriam 2 Mission.

Konstruktion des Ballonbehälters

Für den Ballonbehälter der ARCHIMEDES Marsmission wurde schon frühzeitig eine Konstruktion gewählt, die als "Blüte" bezeichnet wurde, da der Behälter aus sich bei Auslösung des Ballon-Ausstoßes blütenförmig öffnet und damit dem eng verpackten Ballon die optimale Möglichkeit bietet, sich frei zu entfalten. Der Ballonbehälter von Miriam 2 ist deshalb eine möglichst genaue Version des ARCHIMEDES Ballonbehälters in verkleinertem Maßstab -der ARCHIMEDES Ballon hat einen Durchmesser von 10 bis 16 m verglichen mir dem Miriam 2 Ballon von 4 Meter Durchmesser.

Warum ein Test während Parabelflügen?

Ein wirklich schlüssiger Test der Ballonfreisetzung und Vorentfaltung ist nur unter Schwerelosigkeit möglich. Da das innerhalb von Sekunden geschieht, bietet sich der Test während eines Parabelflugs als Versuchs-Methode an, da während eines Parabelflugs für etwa 20 Sekunden Schwerelosigkeit auftritt. In dieser Zeit muss muss der Ballonauswurf aktiviert und voll ausgeführt sein. Der ganze Vorgang wird gefilmt für eine spätere genaue Analyse des Versuchs.

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