Deep Space Gateway wird Teil der Global Exploration Roadmap

Deep Space Gateway im Mondorbit

Im Januar wird die International Space Exploration Cooperation Group ISECG die gemeinsamen Ziele der Partner für die zukünftige Erforschung des Weltraums vorstellen, die sogenannte Global Exploration Roadmap. Hinter dem etwas sperrigen Kürzel ISECG verbirgt sich der Zusammenschluss von insgesamt 15 nationalen und internationalen Raumfahrtagenturen, darunter auch die NASA, ESA und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR. Diese internationalen Partner erarbeiten zur Zeit mit der überarbeiteten Global Exploration Roadmap einen gemeinsamen, allerdings unverbindlichen Plan der Partneragenturen, welcher sich mit einer nachhaltigen, multinationalen Strategie zur Erforschung des Sonnensystems über den niedrigen Erdorbit hinaus beschäftigt. Die Roadmap wurde 2011 das erste mal veröffentlicht und 2013 fortgeschrieben.

Global Exploration Roadmap

Teil der ersten Entwürfe der neuen Roadmap ist auch das von der NASA vorgeschlagene Deep Space Gateway, eine kleine Raumstation im Mondorbit, bestehend aus Modulen für Energieversorgung, Antrieb und sonstige technische Anlagen, einem Wohnmodul und Logistikmodulen für die Forschung. An Bord der Station sollen ein paar Astronauten 30-40 Tage leben und arbeiten. Angeflogen werden soll die Station vom neuen Orion-Raumschiff der NASA, welches genau für diese Art von Mission entwickelt wird. Vorstellbar ist auch, dass die neue Version von SpaceX Dragon-Kapsel in Verbindung mit der neuen Schwerlastrakete Falcon Heavy zukünftig Flüge zum DSG durchführt. Schließlich hat SpaceX schon mehrfach auf die Eignung der Dragon Kapsel für Missionen außerhalb des Erdorbits hingewiesen. Auch das in Entwicklung befindliche neue russische Raumschiff Federatsiya soll für Flüge in eine Mondumlaufbahn geeignet sein.

Die internationalen Partner der NASA haben bereits im Vorfeld ihr Interesse an der Mitarbeit am DSG bekundet. So hat die NASA im September bereits eine Übereinkunft mit der Russischen Raumfahrtagentur Roscosmos zur gemeinsamen Arbeit am DSG abgeschlossen, und auch die ESA befindet sich seit mehreren Monaten im intensiven Austausch mit der NASA. Während der Space Tech Expo im Oktober im Bremen haben mehrere Vertreter der europäischen Raumfahrtindustrie Vorschläge zu europäischen Beiträgen für DSG gemacht, die von Frachttransporten über weitere Servicemodule für das Orion-Raumschiff bis hin zu auf den Erfahrungen mit der ISS basierenden Wohn- und Logistikmodulen für eine Europäische Sektion des DSG reichen.

Ein starkes Argument für das Deep Space Gateway in einem Orbit um den Mond ist die Möglichkeit, die Station als Ausgangspunkt für bemannte und robotische Missionen zur Mondoberfläche sowie für Missionen zum Mars zu benutzen. Der Energiebedarf- das delta v- aus einer niedrigen Mondumlaufbahn zum Mars ist mehr als 2 Kilometer pro Sekunde geringer als aus einer niedrigen Erdumlaufbahn.

Darüber hinaus soll der Betrieb des DSG genau wie die Internationale Raumstation ISS Erfahrungswerte für den nachhaltigen Langzeitbetrieb der für bemannte Missionen zum Mars und darüber hinaus benötigten Lebenserhaltungssysteme sammeln, zudem sollen dort die medizinischen Studien zum Langzeitaufenthalt von Astronauten im Weltall weiter untersucht werden.

Geplant ist, dass die einzelnen Komponenten des Deep Space Gateway mit einigen frühen Missionen der neuen Schwerlastrakete Space Launch System der NASA gestartet werden. Der Aufbau könnte, entsprechende Finanzmittel vorausgesetzt, bereits 2020 beginnen.

 

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