Der Mars und die Suche nach Leben im Weltall

Wie ist Leben auf der Erde entstanden?

Auf der Erde ist erstes Leben wahrscheinlich in Form von Mikroben oder Einzellern spontan im Meer entstanden in der Nähe heißer schwefelhaltiger Quellen am Boden des Ozeans, da dort offenbar die für eine Entwicklung von Leben erforderlichen stabilen Umgebungsbedingungen und Mineralien gibt. Eine Besiedlung der Erdoberfläche konnte erst erfolgen, als Lebensformen im Meer einen Stand erreicht hatten, der eine Anpassung an eine „lebensfreundliche“ Umgebung außerhalb des Meeres auf der Oberfläche der Erde erlaubte. Das war auf der Erde des Fall, sodass sich letztendlich sogar der homo sapiens als das am besten an unterschiedliche Umgebungsbedingungen angepasste Lebewesen entwickeln konnte. Vermutungen, dass das Leben auf der Erde aus dem Weltraum zur Erde gelangt sein könnte, können nicht plausibel belegt werden.

 Wenn aufgrund von Ähnlichkeiten von Mars Erde der Nachweis erbracht werden könnte, dass es auf dem Mars Leben gibt oder einmal gegeben hat, das spontan entstanden ist, wird es mit großer Wahrscheinlichkeit auch an vielen anderen Orten im Universum Leben geben.

 

Stand bisheriger Marsforschung

Vergleich von Erde und Mars

Der Mars wurde zwischen 1960 und 2018 im Rahmen von insgesamt 47 (teilweise misslungenen) Satelliten-Missionen vermessen und kartographiert. Zwischen 1975 und 2018 wurden von insgesamt 6 auf dem Mars gelandeten Robotern Bodenproben untersucht. Anhand dieser Daten und astronomischer Beobachtungen des Mars wissen wir, dass der Mars der Erde in vielen Bereichen sehr ähnlich ist oder einmal war, es jedoch wichtige Unterschiede gibt die entscheidend waren dafür, dass der Mars heute höchstwahrscheinlich ein toter Planet ist:

  • Der Mars befindet sich in einer fast kreisförmigen Umlaufbahn um die Sonne wie die Erde, ist jedoch 1 ½ mal weiter entfernt von der Sonne und daher kälter
  • Der Mars hatte vor 2,7 Milliarden Jahren einen flüssigen Kern und eine vulkanische Entstehungsgeschichte mit einem flüssigen Kern wie die Erde heute noch. Er hat deshalb auch eine mineralreiche Kruste wie die Erde
  • Der Mars ist heute ein kalter Planet, da er nur etwas mehr als halb so groß ist wie Erde, daher eine 9 mal geringere Masse hat und deshalb viel schneller abgekühlt ist als die Erde
  • Der Mars empfängt nur halb soviel Sonnenenergie je Flächeneinheit wie die Erde, da er 1,5 mal weiter von der Sonne entfernt ist als die Erde. Er ist deshalb wesentlich kälter. Am Marsäquator könnte das Klima einmal -solange es noch eine Atmosphäre und flüssiges Wasser gab- etwa so warm gewesen sein wie die Erde heute in Mittel- bis Nordeuropa.
  • Der Mars hat Tag und Nachtphasen wie die Erde, da er ebenfalls in etwa 24 Stunden um die eigene Achse rotiert
  • Der Mars hat Vier Jahreszeiten wie die Erde, da er fast denselben Neigungswinkel gegenüber der Sonnen-Umlaufbahn hat wie die Erde. Die Jahreszeiten sind jedoch doppelt so lang aufgrund der größeren Entfernung des Mars von der Sonne
  • Der Mars hat große Wasservorkommen, die heute nur noch als Wassereis an den Polen und im Untergrund vorkommen. Es gibt Anzeichen für früher einmal existierende Flüsse, Seen und Ozeane anhand der Auswertung von Fotos
  • Der Mars hat ein, wenn auch sehr schwaches Restmagnetfeld, das nicht ausreicht um –wie auf der Erde- die für jedes Leben tödliche Weltraumstrahlung vom Marsboden abzuhalten. Es wird aber angenommen, dass es früher einmal ähnlich stark gewesen sein könnte wie das der Erde, als der Mars noch einen flüssigen Eisenkern hatte wie die Erde
  • Der Mars hat eine sehr dünne Atmosphäre, die fast nur aus CO2 besteht. Der Mars könnte aber früher einmal eine der Erde ähnliche sauerstoffreiche Atmosphäre besessen haben die, zusammen mit dem vorhandenen Wasser, ein der Erde ähnliches Klima bewirkt haben könnte mit Wolken, Regen und Wind
  • Die Mars-Atmosphäre hat sich wahrscheinlich aufgrund der geringeren Schwerkraft des Mars  nach und nach in den Weltraum verflüchtigt genauso wie ein großer Teil des Wassers, was zum Austrocknen von Flüssen und Seen führte, deren geologische Fußabdrücke noch heute auf Fotos vom Mars zu sehen ist
  • Mit der Atmosphäre sind auch früher einmal auf dem Mars vorhandene Wolken, Wind und unterschiedliche Wetterbedingungen verschwunden

Der Mars ist heute, nach allem was wir wissen, ein toter Planet. Es gibt bis heute keinen Nachweis von auf der Marsoberfläche existierendem Leben. Bestenfalls könnten Primitive Lebensformen wie Mikroben auf dem Mars noch unter der Marsoberfläche existieren, geschützt von der Weltraumstrahlung.

Vor etwa 2,7 Milliarden Jahren könnte der Mars aber Bedingungen für das Entstehen von Leben erfüllt haben ähnlich wie die Erde heute, mit einem flüssigen Kern und Vulkanismus, einer sauerstoffhaltigen dichten Atmosphäre, ausgedehntem Wasservorkommen in Form von Flüssen und Meeren, und einem vor tödlicher Weltraumstrahlung schützendes Magnetfeld.

Die Frage ist: reichen die Gemeinsamkeiten des Mars mit der Erde aus, um Leben auf dem Mars –wenn es denn existiert oder existierte- auf ähnliche Art entstanden ist wie auf der Erde?

Es ist ein wesentliches Ziel der Marserkundung, das herauszufinden. Bisher konnten jedoch trotz der umfangreichen gesammelten Daten und Analysen keine Beweise dafür gefunden werden, dass es Leben auf dem Mars gibt oder gab, da Satelliten hierfür nicht genügend aussagekräftige Daten liefern. Rover können an ausgewählten zugänglichen Orten Untersuchungen vornehmen, aber keine flächendeckenden Untersuchungen und tiefergehenden Bohrungen und Grabungen.

Fazit: Eine Erforschung des Mars mit dem Ziel, jetziges oder früheres Leben auf dem Mars  zu erkennen ist nur erfolgversprechend, wenn Forscher vor Ort weiträumige Untersuchungen auch an schwerzugänglichen Orten und auch mit Bohrungen bis zu größerer Tiefe vornehmen können und Transportmittel und Analyse-Einrichtungen zur Verfügung haben, die es erlauben, mit der „Versuch-und-Irrtum“ Methode, wie in der Wissenschaft üblich, Resultate zu erzielen. Das ist mit Robotern alleine ohne menschliche Präsenz nicht möglich und erfordert den Menschen vor Ort: Nur bemannte Missionen zum Mars könnten Gewissheit verschaffen.

Das MARS DIREKT Projekt der Mars Society

Die MARS DIREKT Mission

Die Mars Society schlägt mit ihrem Programmvorschlag Mars Direct eine bezahlbare und in überschaubarem Zeitraum realisierbare bemannte Mission zum Mars vor unter Anwendung  von heute weitgehend verfügbaren Technologien, die die oben angeführten Kriterien erfüllt. Dabei würden 3 bis 4 Forscher zum Mars und zurück zur Erde  gebracht werden einschließlich aller für ein 2jähriges Leben und Forschen auf dem Mars erforderlicher Ausrüstungen einschließlich der erforderlichen Transportmitteln und Laboreinrichtungen. Das Mars Direct Konzept wurde unter der Leitung von Dr. Robert Zubrin bei Martin Marietta schon 1990 entwickelt und in allen Einzelheiten 1996 in seinem Buch The Case For Mars detailliert beschrieben und seitdem regelmäßig angepasst an den neusten Entwicklungsstand.

NASA Konzept für bemannte Missionen

NASA hat ein Konzept für bemannte Missionen entwickelt unter dem Namen „Journey To Mars“ (https://www.nasa.gov/press-release/nasa-releases-plan-outlining-next-steps-in-the-journey-to-mars). Dabei sollen bemannte Mond-Missionen einer bemannten Marsmission vorgeschaltet werden, die dann frühestens in etwa 20 Jahren stattfinden würde. Hierzu sollen zahlreiche neue Technologien entwickelt werden. So ein Programm ist aufwendig, langwierig und teuer und daher kaum „beim Steuerzahler“ durchsetzbar, während mit dem „Mars Direct“ Konzept ohne die Entwicklung neuer Technologien eine bemannte Marsmission in einem Zeitraum von 10-12 Jahren nach Go-Ahead weit kostengünstiger verwirklicht werden könnte als die NASA das vorhat.

Die Mars Society lehnt diesen Plan der NASA für bemannte Marsmissionen ab, da er so aufwendig und langwierig ist, dass bestenfalls eine bemannte Mondstation zustande kommt, wobei neue Erkenntnisse -im Vergleich zur APOLLO Mission- in einem ungünstigen Verhältnis zum für die Mission erforderlichen Aufwand stehen.

Es ist abzusehen, dass deren Erstellung und Betrieb so teuer sein wird, dass eine bemannte Marsmission höchstwahrscheinlich nie zustande kommen wird.

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