ESA Ministerrat entscheidet über Zukunft der europäischen Träger

– Ariane 6 kommt in der zuletzt von der Industrie ins Gespräch gebrachten und von Deutschland favorisierten Form mit dem von Ariane 5 abgeleiteten zentralen kryogenen Triebwerk. Damit bleibt die europäische Knowhow für große kryogene Triebwerke erhalten. Ob das wirklich zukunftsweisend ist, muss sich zeigen.

Hier eine Animation einer Ariane 6 Mission mit zwei in unterschiedlichen Umlaufbahnen ausgestzten Satelliten

– die Ariane 5 ME wird es nicht geben, Ariane 5 wird nach Indienststellung der Ariane 6 langsam auslaufen, sowie Ariane 6 ihre Zuverlässigkeit nachgewiesen hat

– eine Vega C wird entwickelt. Damit soll die Nutzlastkapazität erhöht und gleichzeitig über mehr Gemeinsamkeit mit Ariane die gesamten Kosten der europäischen Träger verringert werden

– es wird eine neue Startrampe für Ariane 6 gebaut, von der aus dann wohl beide Versionen der Ariane 6 gestartet werden können.Ob damit auch Startkosten reduziert werden, bleibt dahingestellt

– der Soyuz Startplatz wird überflüssig, sobald Satelliten der Soyuz Gewichtsklasse bis etwa 3.2 t mit Vega oder  Ariane 6 gestartet werden können. Allerdings ist dafür Vega bisher unter- und Ariane 6 überdimensioniert. Allerdings könnte Ariane 6 zwei Satelliten der Soyuz Klasse gleichzeitig starten, wie in der Animation gezeigt.

– Die von Airbus Defence&Space in Bremen zu bauende Oberstufe wird weiterentwickelt und wiederzündbar, um flexibler Satelliten in unterschiedlichen Umlaufbahnen absetzen zu können. Damit gewinnt Ariane 6 gegenüber der jetzigen Ariane 5 an Flexibilität

Die sich stellende Frage einer Subventionierung von Starts wird umgangen, obwohl man dem Text der Resolution entnehmen kann, dass europäische Träger mit privaten Anbietern wie Space X wohl kaum konkurrieren kann. Es besteht aber wohl Einvernehmen darüber, dass grundsätzlich institutionelle europäische Satelliten mit europäischen Trägern gestartet werden sollen, um damit der Industrie eine gewisse Planungssicherheit zu geben, was einer indirekten Subventionierung gleichkommt, wie sie auch in den USA mit NASA und militärischen Aufträgen gegeben ist.

Die Kosten der Falcon 9 von Space X wird man in Europa jedenfalls nicht erreichen können wegen der zahlreichen verschiedenen Länder und Firmen, die an der Ariane 6 beteiligt sind, während Space X zum Beispiel die Triebwerke im eigenen Haus herstellt (bis zu fünf pro Woche, wenn erforderlich!). Auch in der Frage der möglichen Rückführung der ersten und möglichwerweise sogar der zweiten Stufe zur Wiederverwendung, wie Space X es anstrebt, dürften sich weder Ariane 6 noch Vefa eignen. Space X strebt an, die Startkosten damit auf längere Sicht auf 1/10 der derzeitigen Kosten zu drücken! Was würde Europa dem entgegensetzen können?

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