Wichtiger Marsballon-Test in der IABG Ottobrunn am 18. Februar

Die Mars Society Deutschland testet am Dienstag, den 18.02.2014, einen Ballon für den Weltraum in der IABG Ottobrunn.

Der Ballon trägt den Namen MIRIAM.
MIRIAM steht für „Main Inflated Reentry into the Atmosphere Mission Test“, was sinngemäß „Haupt-Test für den aufgeblasenen Wiedereintritt in die Atmosphäre“ bedeutet. Dabei wird ein Ballon getestet, der nicht wie gewohnt in die Atmosphäre aufsteigt, sondern aus dem Weltraum absteigen soll. Der MIRIAM-Ballon hat einen Durchmesser von 4 m und wird zunächst so klein gefaltet, dass er in die Spitze einer Höhenforschungsrakete passt. Die Rakete bringt den Ballon auf ca. 240 km Höhe. Dort wird er automatisch aufgeblasen und tritt wieder in die Atmosphäre ein. Kameras und Messinstrumente sollen den Verlauf des Tests dokumentieren.

 

Der angekündigte Test findet allerdings noch nicht im Weltraum, aber unter Weltraumbedingungen statt. Die IABG stellt der Mars Society für den MIRIAM-Test ihre Weltraumsimulationskammer zur Verfügung. Diese Kammer ist so groß, dass der aufgeblasene Ballon mit 4 m Durchmesser hineinpasst. Für den Test wird jedoch zunächst die leere Ballonhülle in die Kammer gebracht. Dann wird die Luft entfernt und erst wenn die Kammer luftleer ist, wird der Ballon mit Helium gefüllt. Das Experiment soll zeigen, ob sich der Ballon im Vakuum wie geplant entfaltet und ob er den Innendruck aushält.

Der Test-Ballon wurde in ca. 700 Arbeitsstunden vom Ballonteam der Mars Society Deutschland gefertigt. Dieses Team besteht aus Freiwilligen, der Ballonbau findet abends und am Wochenende statt. Zahlreiche weitere Freiwillige entwickeln die Elektronik und schreiben Programme. Die wissenschaftliche Unterstützung kommt im Wesentlichen von der Universität der Bundeswehr in Neubiberg, aber auch andere wissenschaftliche Einrichtungen und Firmen sind an dem Projekt beteiligt.

Wenn alles gut geht, wird im November 2015 ein neuer Ballon, der nach dem gleichen Verfahren gefertigt ist, vom schwedischen Raketenstartplatz Kiruna starten, sich im All entfalten und auf die Erde zurückkehren.

Dieses Experiment ist jedoch kein Selbstzweck.
Es dient der Vorbereitung für eine Mars-Mission: den Marsballon ARCHIMEDES.
Dieser, deutlich größere, Ballon soll eines Tages im Mars-Orbit aufgeblasen werden und dann in die Mars-Atmosphäre eintreten. Dort soll er möglichst lange schweben, Messungen durchführen und Bilder aufnehmen, bis er zuletzt den Boden erreicht. Es handelt sich dabei um ein völlig neues Konzept zur Erforschung der Atmosphäre eines anderen Planeten

Ein Erfolg der Mission MIRIAM ist die Voraussetzung für das Projekt ARCHIMEDES und bedeutet einen großen Schritt Richtung Mars!

Zurück

11

Schreiben Sie ein Kommentar